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VOM28.02.2013

Nicht wegschauen, nicht schweigen – Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!

Am 8. März 2013 zeigten sich Frauen und Männer solidarisch mit den Frauen, die Opfer von Gewalt sind oder waren. Knapp 300 Personen nahmen an einer Demonstration teil, die vom Bahnhof zur Place de Paris zog. Als gemeinsames Zeichen und aus Solidarität mit den Opfern von Gewalt trugen die Demonstrant_innen eine Sonnenbrille.

Mit dem Schwerpunktthema “Gewalt gegen Frauen” nahm die Aktionsplattform aus 16 Organisationen und Vereinen 2013 eine der größten Herausforderungen für die Frauenbewegung ins Visier. Eine von drei Frauen weltweit erlebt in ihrem Leben Gewalt. Die Formen der an Frauen verübten Gewalt sind vielfältig, die Aktionsplattform konzentrierte sich auf

  • häusliche Gewalt
  • Frauenhandel
  • weibliche Genitalverstümmelung.

Video (12 min.) ansehen von der Demonstration und der Kundgebung.

Ein Leben frei von Gewalt – dieses Recht sollte für alle Frauen gelten. Der Verstoß gegen dieses Recht ist ein Angriff auf elementare Frauenrechte.

Bereits 2012 hatte sich eine Arbeitsgruppe im Rahmen der Journée F mit der Thematik “Gewalt” auseinandergesetzt. Die Teilnehmerinnen verurteilten, dass mehr als 100 Jahre nach Einführung des Weltfrauentags, Gewalt gegen Frauen noch immer gegenwärtig ist. Eine gewisse Hilflosigkeit tritt zu Tage angesichts von steigenden Zahlen von Frauen, die auch in Luxemburg auf Hilfsangebotes für Opfer, insb. Frauenhäuser angewiesen sind. Gesetze, die im europäischen Vergleich als fortschrittlich bezeichnet werden können, sind nicht effizient genug, um Gewalt ursächlich zu verhindern.

VOM23.03.2012

Feminismus 2012 – Bitte einsteigen!

2012 rief die Aktionsplattform “JIF 2012″ erneut zu gemeinsamen Aktionen auf. “Feminismus” steht im Mittelpunkt. 17 Organisationen, Gewerkschaften, Parteien fordern Öffentlichkeit für Frauen- und Gleichstellungspolitische Themen und weisen auf legislative Baustellen hin, die teils seit Jahrzehnten bestehen. Ein Marsch zur Gleichstellung führte am 8.3.2012 mit der in der Gleichstellungsfrage häufig zu beobachtenden Schrittfolge (3 Schritte nach vorn, 2 Schritte zurück) und unterstützt von afrikanischem Trommelrhythmus bis vor das Parlament. Hier richteten sich Vertreterinnen der Aktionsplattform an die ca. 200 Teilnehmenden des Marsches sowie an die politisch Verantwortlichen.

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Am 10.3. wurde mit der Journée F an die Tradition aus den 80er/90er Jahren angeknüpft. Der Seminartag vereinigte ca. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und bot Gelegenheit zu Begegnung, Diskussion, Reflexion und Analyse. Drei Arbeitsthemen wurden schwerpunktmäßig behandelt: Frauen und Arbeit, Frauen und Gewalt-Gesundheit, Frauen und ihre Bewegungen. Den musikalisch-militanten Einstieg sowie Abschluss gestalteten die 10 Frauen von “Voix Rebelles” mit feministischen Liedern aus der französischen Frauenbewegung. Die Ergebnisse der Journée F werden zu einem späteren Zeitpunkt mit den EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert.

VOM04.03.2011

Am Samstag, den 23. März […] findet im großen Festsaale des ,Maison du Peuple’ ein großer Frauenabend statt. In allen Ländern wird der Internationale Frauentag mit großen Demonstrations- und Festversammlungen abgehalten werden. Auch unsere Versammlung muss sich zu einer imposanten Kundgebung gestalten.“1

Wird aus dem Aufruf des Foyer de la Femme eine so „imposante Kundgebung“, wie man sie 18 Jahre zuvor in Deutschland, Österreich und Dänemark gesehen hat? Der Initiative der Sozialistin Clara Zetkin und der Sozialistischen Internationalen sind im März 1911 Zehntausende Frauen auf die Straße gefolgt. Sie verlangten ihre politischen und zivilen Rechte, aber auch bessere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Es war also im Jahr 2011 genau ein Jahrhundert her, dass der Internationale Frauentag zuerst gefeiert wurde. Das Fraueninformations- und Dokumentationszentrum Cid-femmes widmete dem Jubiläum eine eigene Internetseite: Sie vermittelt einen Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung dieses Aktionstages und stellt Errungenschaften und engagierte Persönlichkeiten der Frauenbewegungen in Luxemburg vor.

Offenes Projekt: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft

Der Blick zurück auf das Erreichte kann uns mit Stolz erfüllen über das, was Frauen durch ihren Einsatz und Kampf für ihre Rechte erreicht haben. Gleiche Rechte für Frauen und Männer – das mag heute für viele normal sein, gar banal klingen. Doch die Frauen bekamen nichts geschenkt. Sie mussten kämpfen, mussten Mut und Ausdauer zeigen und Rückschläge einstecken – ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist.

Die Auseinandersetzung mit der 100jährigen Vergangenheit des Frauenkampfes soll den Blick schärfen für die Gegenwart. Seit 2006 hält ist die Gleichheit von Frauen und Männern in der Verfassung verankert. Doch diese Gleichstellung ist nur ein Ziel, das durch konkrete Maßnahmen in vielen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens erst noch Wirklichkeit werden muss.

Mit dem Projekt www.fraendag.lu, an dem die Historikerin Nadine Geisler und die Sozialwissenschaftlerin Renée Wagener mitgearbeitet haben, will das Cid-femmes die Luxemburger Frauengeschichte in die Öffentlichkeit bringen und zu weiterer Forschung anregen. Wir wollen insbesondere junge Menschen (Schülerinnen und Schüler, Studierende) ansprechen und den Geschichts- und Bürgerkundeunterricht um eine manchmal vernachlässigte Seite der Geschichte ergänzen. Als Internetseite ist Fraendag.lu ein offenes Projekt, das neue Erkenntnisse und weitere Inhalte gern aufnimmt.

Schließlich gilt: Auch nach dem 100. Internationalen Frauentag 2011 geht die „Geschichte“ weiter. Die Frauen schreiben sie!

Video8. März 2011


1Tageblatt vom 20. März 1929, Nr. 11.