8. Mäerz

Internationale Fraendag

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Madeleine Frieden-Kinnen (1915-1999)

Die erste Ministerin

Madeleine Kinnen wird 1915 in Esch/Alzette geboren. Sie promoviert in Literaturwissenschaften. 1953 gründet sie die christlich-soziale Frauen-Organisation. Die Witwe des 1959 gestorbenen Unterrichts- und Staatsministers Pierre Frieden wird 1967 in die umgebildete CSV-LSAP-Regierung aufgenommen und dort Staatssekretärin für Familien-, Jugend- und Unterrichtspolitik.

Madeleine Frieden-Kinnen verdeutlicht ihr Interesse für Frauenbelange, als sie anlässlich der Haushaltsdiskussion am 9.3.1967 das Programm für das Familienressort vorstellt:

„Je crois de mon devoir de faire appel à la Chambre pour que les femmes mariées aient enfin un statut – je ne dirai pas digne d’elles, mais digne de ceux qui sont leurs partenaires et qui – grâce à leur écrasante majorité dans tout ce qui est pouvoir public – ont à peu près seuls en mains les instruments qui permettent de changer ce statut (…).“ 1

1968 kommt es nach einer Regierungskrise zu vorgezogenen Neuwahlen. Madeleine Frieden-Kinnen wird nun Ministerin für Familie, Jugend und soziale Solidarität sowie Kultur- und Kultusministerin. Sie ist die erste Frau, die ein Ministeramt bekleidet. Nach einer Pressekampagne, in der sie vom sozialistischen Tageblatt sittenwidrigen Verhaltens bezichtigt wird und daraufhin den Chefredakteur des Tageblatts wegen Verleumdung verklagt, tritt sie 1972 zurück. Sie engagiert sich in der Entwicklungshilfe in Afrika.


1 Sonja Kmec, Renée Wagener (et al.), Frauenleben–Frauenlegenden. Ein Streifzug durch 1000 Jahre Stadtgeschichte: Persönlichkeiten, Geschichte(n) und Hintergründe, Luxembourg 2007, S. 17-18.

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