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Catherine Schleimer-Kill (1884-1973)

Die Kämpferin für politische Einmischung

Catherine Kill wird 1884 als Tochter eines Schmelzarbeiters in Esch/Alzette geboren. Sie erhält eine Ausbildung als Lehrerin. Im Jahre 1905 heiratet sie den Lehrer Jean Schleimer.1 Anfangs ist Catherine Schleimer-Kill im katholischen Milieu aktiv. Bei den ersten allgemeinen Wahlen 1919 kandidiert sie als einzige Frau für die Rechtspartei. Ihr frauenpolitisches Engagement führt nach eigenen Aussagen zum Bruch mit der Rechtspartei.

Im Jahre 1924 gründet Catherine Schleimer-Kill in Esch/Alzette die Frauenvereinigung „Action féminine“. Das erklärte Ziel der „zur Wahrung und zur Förderung der Fraueninteressen“ ins Leben gerufenen Organisation ist es, „auf die Ungerechtigkeiten unseres Code civil hinzuweisen, die öffentliche Meinung aufzuklären und auf die Abstellung der Missstände sowie die Umänderung der veralteten Gesetzgebung hinzuarbeiten“.2 Neben Esch/Alzette entstehen auch in Bettemburg, Schifflingen und Düdelingen, später in Weimerskirch und Grevenmacher Sektionen der „Action féminine“.

Der Verein betätigt sich in den ersten Jahren hauptsächlich im politischen Bereich.

Am 14. Oktober 1928 stellt sich die „Action féminine“ den Gemeindewahlen. In Esch/Alzette präsentiert sie eine reine Frauenliste. Catherine Schleimer-Kill hat Erfolg und tritt Anfang 1929 in den Escher Gemeinderat ein. In Mertert wird die Philologin Agnès Donckel gewählt.

Bei den Landeswahlen hat die „Action féminine“ jedoch keinen Erfolg, und 1934 verliert Catherine Schleimer-Kill auch im Escher Gemeinderat ihren Sitz. Die „Action féminine“ zieht sich aus der Wahlpolitik zurück und orientiert sich immer stärker an praxisbezogenen Veranstaltungen, z.B. über Säuglingspflege, Ernährung, Vorbeugung von Krankheiten oder Wohnungsausstattung.3

Catherine Schleimer-Kill wird als eine Frau voller Energie und Dynamik geschildert. Sie ist eine der ersten Frauen in Luxemburg, die einen Führerschein besitzt und Auto fährt. Nach dem Zweiten Weltkrieg scheint Catherine Schleimer-Kill öffentliche Aktivitäten aufgegeben zu haben. Am 18. November 1973 stirbt sie in Esch/Alzette.4


1 Renée Wagener, “Frauen aller Stände, beschreitet den Weg der Selbsthilfe”. Catherine Schleimer-Kill und die Action féminine, in: Germaine Goetzinger, Antoinette Lorang, Renée Wagener (Hrsg.) “Wenn nun wir Frauen auch das Wort ergreifen…”, Luxembourg 1997, S. 115ff.

2 Renée Wagener, “Frauen aller Stände, beschreitet den Weg der Selbsthilfe”. Catherine Schleimer-Kill und die Action féminine, in: Germaine Goetzinger, Antoinette Lorang, Renée Wagener (Hrsg.) “Wenn nun wir Frauen auch das Wort ergreifen…”, Luxembourg, 1997, S. 117.

3 Renée Wagener, “Frauen aller Stände, beschreitet den Weg der Selbsthilfe”. Catherine Schleimer-Kill und die Action féminine, in: Germaine Goetzinger, Antoinette Lorang, Renée Wagener (Hrsg.) “Wenn nun wir Frauen auch das Wort ergreifen…”, Luxembourg, 1997, S. 125.

4 Ebenda, S. 115.

 

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